Geschichte

Die HRC-Story

Am 6. Juni 1950 gründete Emil Creydt zusammen mit sechs weiteren Rugbyspielern den Hamburger Rugby-Club. Die Anfangsjahre waren schwer und nachdem der HRC zwei Krisen überstanden hatte, stand der Verein 1969 vor dem Aus: Die Mannschaft bestand nur noch aus sieben Spielern und auf einer Mitgliederversammlung wurde über die Auflösung des HRC oder die Anbindung an den SC Urania abgestimmt. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde die Auflösung des HRC abgewendet und der Verein ging gestärkt in die turbulenten 1970er Jahre.

1974 starb Vereinsgründer Emil und der HRC bezog sein neues Clubhaus in Barmbek-Uhlenhorst. 1981 gewann der HRC sein eigenes Siebener-Turnier und wurde erstmals Hamburger Meister. Bis 1984 wuchs die Mitgliederzahl rasant auf 138 und 1986 folgte die zweite Hamburger Meisterschaft und 1989 stand der HRC im Halbfinale des Deutschen Rugby-Pokals, 1991 und 1992 immerhin im Viertelfinale.

1994 verließen viele Leistungsträger den HRC und es folgte der Abstieg in die Regionalliga. Um mehr Stabilität und Verlässlichkeit zu gewährleisten, begann der HRC mit systematischer Jugendarbeit. Zunächst war es nur eine Handvoll Kinder, die den Weg in die Rugbyschule des HRC fanden, doch schon bald wimmelte es von jungen Nachwuchstalenten. Endlich hatte die Zukunft des HRC begonnen.

1998 gab es eine Ligareform, die dem HRC den Aufstieg in die 2. Bundesliga bescherte. Der Zuwachs an Spielern ermöglichte 1999 den Aufbau einer zweiten Herren-Mannschaft, die am Ligaspielbetrieb unterhalb der Bundesliga teilnahm. Die Jugendarbeit zeigte erste Erfolge und schon bald wechselten die ersten Jugendtalente in den Herrenbereich.

2000 feierte der HRC sein 50jähriges Vereins-Jubiläum in der Rugby-Arena im Stadtpark und im Haus des Sports. Gekommen waren Rugby-Teams aus England, Irland und Frankreich sowie zahlreiche Gäste aus Nah und Fern. Das grandiose Fest machte auch dem letzten Zweifler deutlich, dass der HRC seine Krisenjahre hinter sich hatte.

2002 gründeten französische Rugbyspieler die Pétanque-Abteilung des HRC. Die Boulisten bildeten eine starke Gemeinschaft, die mit viel Energie und Einfallsreichtum agierten. So wurde dem HRC von der Stadt eine alte Turnhalle übergeben, die mit Eigenmitteln ausgebaut wurde und sich zum Zentrum für den Boulesport in Norddeutschland entwickelte.

2008 gründeten altgediente HRCer den „Förderverein für den HRC“, mit dessen finanzieller Unterstützung der HRC erstmals einen professioneller Trainer aus Südafrika verpflichten konnte. Das völlig neue Training führte rasch zu spürbaren Veränderungen. Erste sportliche Erfolge ließen aufhorchen. Junge Talente, die den Rugbysport im HRC lernten, wurden von Scouts entdeckt und zu Nationalspielern berufen.

Seit 2012 spielt der HRC nun in der 1. Rugby-Bundesliga. Zwar gab es zu Beginn derbe Niederlagen gegen die Top-Mannschaften, doch daraus lernte der HRC und konnte den Abstieg bisher immer vermeiden. 2014 verpflichtete der Vorstand angesichts der Anforderungen in der 1. Liga erstmals einen hauptamtlichen Rugby-Trainer. Die Finanzierung gestaltete sich schwierig, doch großzügige Spender und der Förderverein sorgten dafür, dass der HRC den Trainer weiter beschäftigen kann. Der neue Headcoach hat die 1. Mannschaft des HRC innerhalb von drei Jahren weit nach oben gebracht. Der HRC hat die letzten drei Lokalderbys gegen den FC St. Pauli souverän gewonnen und ist nun unbestritten die Nummer 1 in Hamburg. Der HRC spielt das sechste Jahr in Folge in der höchsten deutschen Spielklasse und steht aktuell (März 2018) auf dem vierten Tabellenplatz der 1. Rugby- Bundesliga.

Doch nicht nur die Leistung der 1. Mannschaft ist bemerkenswert: Der HRC zählte im Jahr 2017 etwa 300 Mitglieder, davon allein 100 Kinder und Jugendliche, die in der U6, U8, U10, U14, U16 und U 18 spielen, zwei Herrenmannschaften, ein Oldboys-Team und seit 2016 ein Damenteam, das weiter aufgebaut werden soll.